Die letzten Stunden

und Tage und Wochen vergingen wie im Flug.
Ich hatte bereits vor einer ganzen Weile angefangen, einen kleinen Englisch-Kurs hier in der Stiftung anzubieten. Dass das nicht so einfach wird war mir schon von Anfang an klar, besonders was die Motivationsfrage angeht. Nach ewigem hin und her (eigentlich sollte der Kurs in der Bibliothek stattfinden aber dort schaffte es niemand, sich um irgendetwas zu kümmern) fing ich den Kurs mit gut 12 Kids von Cayambé, der Tanzgruppe der Stiftung an. Ich hatte mir extra die erste Stunde nur dafür Zeit genommen, über meine eigenen Erfahrungen zu berichten, wie man Sprachen lernt. Dass es eigentlich nicht schwierig ist, sondern nur vieel Zeit und Durchhaltevermögen braucht, bis man relativ gut ist und dass man auf jeden Fall ein Ziel braucht, wenn man die Sprache wirklich lernen will. Mit dieser Motivationsansprache war klar, dass nix mehr schief gehen kann ..

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Blickkontakte und Perspektiven, Alltägliches und Eingeständnisse

Ich war bis vor kurzem krank (die dritte Ohrenentzündung, das Klima und das Meerwasser mögen mich einfach nicht) und habe daher beschlossen, währenddessen die letzten Blogeinträge hier aus Kolumbien zu Ende zu schreiben. “Die” Einträge, weil es dieses mal zwei sind: im ersten Eintrag ziehe ich mit ein paar frischen und lang ausgebrüteten Gedanken einen ersten Schlussstrich unter meine Erfahrungen mit kulturellen Unterschieden und was die so mit mir anstellen und im zweiten will ich euch erzählen, was in der Zwischenzeit so passiert ist und euch neue Fotos zeigen. Hier also nun – Nummer 1. Mein bisher (bei weitem) längster Blogeintrag, macht euch gefasst!

Dass der alltägliche Umgang der Menschen miteinander hier anders ist als in Deutschland, wird einem vom ersten Tag an bewusst. Es sind viele Details die den Unterschied ausmachen und die ich euch nicht alle hier vermitteln kann. Das nun Folgende sind also nur ein paar Beispiele, alles aufzulisten würde eher ein Buch ergeben.

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Sehr geehrtes Blog-Publikum,

mit diesem frisch aus dem Ei gepellten Eintrag will ich nur kurz in meine Gedanken eintauchen und euch dann etwas handfestes mitgeben. Dank einer Rückmeldung (wuhu!) wurde ich auf die Idee gebracht, mal über etwas wirklich alltägliches zu sprechen – das Essen. Daher gibt’s weiter unten drei Grundrezepte, die hier jedes Kind kennt und die ihr zu Hause leicht nachmachen könnt.

Aber zuerst der kleine Gedankenexkurs.

Erinnert ihr euch noch daran, wie ihr Fahrrad fahren gelernt habt? Oder schwimmen? Das ist schon eine Weile her, stimmt’s?

Bevor man überhaupt angefangen hat, hatte man überhaupt keinen Plan, man wusste vielleicht vom Beobachten der “großen” Jungs und Mädels, wie man auf einem Fahrrad sitzt, aber das war’s dann auch schon. Dann kommt der Tag, an dem man es, unterstützt und angeschubst von besorgt-aufgeregten Eltern das erste mal ausprobiert. Alles ist superwacklig und man fragt sich Wie zur Hölle soll das funktionieren?!

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Erlebnisse und Gedanken, die zweite

Hallo liebe Leser!

wieder sind über zwei Monate vergangen, wieder ist viel passiert, daher ist der Eintrag dieses mal auch ein bisschen länger. Ich bin das erste mal alleine gereist, war aber nicht wirklich allein, die Arbeit in der Stiftung ging natürlich auch weiter, ich hab endlich meinen kolumbianischen Führerschein ausgestellt bekommen, die Mangosaison ist endlich da! Und gleichzeitig brüten wir in unserer Freiwilligenwohnung gerade besonders stark in der karibischen Hitze, was mich aber nicht vom Philosophieren abhält.

Aber eins nach dem anderen:

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Leben und gelebt werden

Was macht es mit einem, wenn man ein Jahr auf einem anderen Kontinent verbringt, mit anderen Menschen, einer anderen Sprache, einem anderen Klima, wenn alles anders ist?

Ich gewöhne mich. An Mückenstiche, von denen ich mir jeden Tag vermutlich um die 20 einfange. (Glücklicherweise gewöhnt sich mein Körper tatsächlich langsam daran – die meisten jucken jetzt nur noch ein paar Stunden) An das Feilschen an schubkarrengroßen Obstständen bei Tag und mit den Taxifahrer in ihren gelben, oft mit Subwoofer ausgestatteten kleinen Flitzern bei Nacht. An die in der Stadt allgegenwärtigen Motofahrer, die gestikulierend und rufend versuchen, der Konkurrenz die Kundschaft streitig zu machen. An die Buseigenen Ticketverkäufer, die sich, nur mit einer Hand festhaltend, während der Fahrt oft halb aus dem Bus heraushängen lassen um im vorbeirasen den potentiellen Passagieren am Strassenrand mit lauter Stimme  zu verkünden, in welche Richtung der Bus fährt. An dauernd Wäsche waschen. An Wasser aus der Tüte. An die lange Hose, die man trotz karibischer Hitze anzieht, wenn Behördengänge zu erledigen sind oder wir am Wochenende in die Stadt fahren. Daran, dass in den Straßen Pasacaballos eigentlich immer irgendwo laute Musik läuft. An tausend Dinge, die hier alltäglich sind.

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